Der Tabak ist alle
das Bier ist auch alle
Der Mond
schon wieder heiser
vom vielen Singen
in der schäbigen
Bar meiner Nacht
heute
hinter den wolken die Worte
die ich heute schreiben wollte
heute
so könnte ein satz
hinter den wolken beginnen
wenn ich ein vogel wär
nicht vogel
mensch bin ich
der schönen frauen
mit bunten armbanduhren
und roten lippen begegnet
du sag mir wie spät ist es?
du sag mir wer sind deine lippen?
du sag jetzt nichts mehr
es ist schon sehr spät
küss mich küss mich noch einmal
bevor du davon fliegst
es geht die sonne
menschen schauen ihr nach
wenn es die häuser erlauben
aber meistens erlauben
die häuser es nicht
häuserlos müsste man sein
wenigstens heute abend
kölner hauptbahnhof
ich will wohin
du willst auch wohin
nur wollen wir nicht
zum gleichen wohin
aber das macht ja gar nichts
denn wir kennen uns ja gar nicht
und werden uns infolgedessen
bestimmt gleich vergessen
feierabend
der blick geht ins leere
wehe er ginge ins leere
zu lange zu weit fände
nicht mehr zurück
aber findet zurück
und sieht was ich sehe:
leere nur leere
ich finde
keine menschen heute abend
versuche
mit mir zu reden rede zuviel
will mich umarmen
wende mich wieder ab
langsam so langsam
vergehen die stunden
ich finde
keine menschen heute abend
wir trafen uns nicht
bei den hängenden gärten
von babylon
auf einer raststätte
trafen wir uns
wir wandelten nicht
unter den himmeln
von babylon
zum kaffeeautomaten
wandelten wir
und gingen danach pissen
wir küssten uns nicht
vor den toren von babylon
nicht einmal unsere blicke
berührten sich
in einer grillstube
wir haben
nebeneinander gestanden
und zu mittag gegessen
aus weißen tellern
an einem weißen tisch
aus einem radio lief popmusik
und ein telephonbericht
über unruhen in südafrika
manchmal legte er
sein messer auf den teller
nahm einen schluck
aus der bierdose es
standen noch andere leute
an anderen tischen
die auch etwas aßen
und tranken als
wir fertig waren kam jemand
in einem weißen hemd
trug unser geschirr weg
Wenn ein
Konsumartikel stirbt
an einem Abend im April
nach den großen Gewittern
und lauten Regen.
Nein geh nicht fort.
Öffne meine Dosen.
Wärme meine Haut.
Schenk mir weiter Licht ein.
Bleib bitte bei mir.
Laß mich nicht allein.
auf der männertoilette
du und ich
jetzt alt werden
du am waschbecken
ich am pissoir
jetzt du noch jung
jetzt ich nicht mehr jung
später du alt
später ich tot
du und ich
jetzt alt werden
​
​
​
spielende nacht
an meinem fenster:
es regnet,
bis es ihr langweilig wird,
mit mir zu regnen
dann kommt das schlafspiel:
ich versuche zu schlafen
und sie versucht,
mich daran zu hindern.
treten ein
durcheilen mich
sind wieder fort
hinaus
ins helle
ins dunkle
treten ein
durcheilen mich
immerfort
bleib stehen
ja DU halt an
und leiste mir
etwas gesellschaft
tschernobyl
das schlimmste ist
wenn man nichts spürt
wenn man
nicht mal mehr weiß
ob die augen geöffnet
oder geschlossen sind
dann
klingelt das telefon
und man schaltet schnell
das radio an
weil etwas schreckliches
eintritt
der marlboromann muss die rinder tränken
der camelmann muss den fluss überqueren
der mann after eight muss die blonde küssen
(der kanzler muss dringend fliegen nach brüssel!)
der mond muss gleich aufgehen über den dächern
alle haben sie etwas zu tun
nur ich sitze hier und weiß nicht wohin mit mir
urlaub vom alltag
1
die kleinen
brötchen einatmen
2
daraus flöten backen
3
die flöten ausatmen
an einem warmen
Sommerabend
in der straßenbahn
ich habe einen wunsch
ich habe einen haltewunsch
ich dreh an einem gold'nen ring
ich drück auf einen grauen knopf
ich weiß gleich macht es stopp
und hopp ein wunsch wird wahr
Nur Gott weiß,
wie viele gottverdammte Kaugummis
unter diesem alten schäbigen Stuhl kleben,
auf dem ich gerade sitze und nicht weiter weiß.
Es sei denn ich schaute mal drunter,
dann wüsste ich's auch.
Nacht
Was reden wir hier
während hinterm Fenster
das Unausgesprochene
wächst und wächst.
war ein
schöner tag letztendlich
hatte die welt zwischendrin
schon wieder aufgegeben
aber dann
kam doch noch was dazwischen
als der wind so richtig schön
in den bäumen rauschte.